Selbst-Beschäftigung

Frohes Neues nochmal. Und nein. Das wird hier nix anzügliches. Oder zotiges. Sich mit sich selbst beschäftigen kann unterschiedlichste Züge haben. Es geht eher darum, was Menschen so beschäftigt. Worüber sie nachdenken. Oder eben auch nicht. Und manchmal ist man ja auch einfach doof. Da heisst es ganz oft: “Ach jeh, unser Akademiker wieder.” Ich beschäftigte mich augenscheinlich (rational) einmal zu wenig damit, dass es schwachsinnig ist, mit etwas fortzufahren, was einem offenkundig physische und verschlimmerte Probleme bereitet. Es ist ein paar Jahre her. Nachts. Liege im Bett (allein, für alle, die immer noch zotiges erwarten). Herzrasen. Prüfung morgen. Nicht an Schlaf zu denken. Baldrian wirkt ja beruhigend. Erste Pille. Liege im Bett. Verschlimmerung der Situation nach ca. 20 Minuten. Mehr Herzrasen. Nicht an Schlaf zu denken. Zweite Pille. Liege im Bett. Verschlimmerung… Ach… Ich muss das nun hier abbrechen. Nach der vierten Pille stiefele ich viereinhalb Stunden vor meiner Prüfung mit Herzstolperern (und die waren nicht imaginär) zum PC. Google ist manchmal Gold wert. Ich reagiere nach Baldrian mit Herzrasen. 15% der Menschen reagieren so. Aber da muss man erstmal drauf kommen! Klar – aus heutiger Sicht war das bescheuert. Aber Leute. Es ist auch bescheuert, immer wieder auf nen blauen Fleck zu drücken, um festzustellen, dass er weh tut.

Gestern wurde ich darüber aufgeklärt, dass es eine interessante Theorie gibt, was Zecken auf dieser Erde eigentlich zu tun haben. Schlauer Mensch. Zecken sind lästig (Hundebesitzer wie ich wissen es meist besser). Grundsätzlich fragt man sich je nach theologischem Hintergrund, warum entweder die Evolution ODER der liebe Gott das Überleben der Zecke bewilligt hat. Sie werden nicht gefressen, sind auch durch (wie ich lernen musste) überhöhte Turmaufbauten (bestehend aus Gläsern und sonstigen Materialien, so dass ein Vielvielfaches des eigenen Körpergewichtes auf der Zecke lastete, Ameisen sind ein Scheiss dagegen) nicht kaputt zu kriegen und übertragen schlichtweg nur Krankheiten. Während der letzten Nacht wurde mein Weltbild zerstört. Lest nicht weiter. Es wäre besser für Euch. Die Theorie ist zu einsichtig. Zecken schwächen durch die Übertragung von Krankheiten Tiere, so dass diese leichter von natürlichen Fressfeinden zu erwischen sind und dadurch die Nahrungskette gesichert werden kann. Charles Darwin (1809-1882) vom feinsten. Und das an Silvester. Es ist schockierend, nun zu wissen, dass die Zecke möglicherweise einen Sinn hat.

Die nächste Frage lautet: Woher kommen Gewitterwürmer. Wo sind die sonst? Und fliegen die in der Wolke mit?

Damit beschäftigen sich Menschen. Und das als Nicht-Akademiker. Ich nehme gleich noch eine Baldrian. Das ist mir alles gerade zu aufregend, mit was sich Menschen befassen…

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Frohes Neues!

Das Jahr 2014 ist nun vorbei. Für die meisten Menschen ist heute der 26.10.2014. Ich habe in sehr netter und angenehmer Gesellschaft gestern schön Silvester gefeiert. Und um 0 Uhr gab es Böller. Großartig.beaker_hny

 

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Ein Sonntag.

Ein Sonntag.

Ein Sonntag in Deutschland.

Ein Sonntag in Deutschland bei schönem Wetter.

Ein Sonntag in Deutschland bei schönem Wetter Mitte Oktober.

Ich will mich gar nicht darüber beschweren, dass es an einem Sonntag in Deutschland bei schönem Wetter Mitte Oktober rappelsvoll ist. Dass sonst verlassene Wege voll sind mit Kinderwagenschiebern und Mountainbikern. Die einen rasen Hundebesitzer und Kinderwagen einfach um, während Kinderwagenfahrer und Hundehalter damit zu Gange sind, Hund und Kind davor zu bewahren, zwischen irgendwelche Räder zu kommen. Ich will auch nicht über gegenseitige Rücksichtnahme berichten, darüber gibt es mehr als genug Artikel in diesem Internetz.

Manchmal überkommt es mich, und ich will mal die Gegend erkunden. Dann laufe oder fahre ich umher, und schaue mal, wo es da so hingeht. Heute wollte ich mal schauen, ob es nicht irgendwie möglich ist, an einem der üdüllüschen schönen Seen (laut Aussage des WWW) in meiner Umgebung ein wenig lang zu latschen. Der erste See war komplett unzugänglich. Am zweiten See sollte es einen Rundweg geben. Hört sich ja schonmal gut an. Dementsprechend möchte manch einer meinen, dieser See wäre supported by Parkplatz. Nein. An der Bundesstrasse (Teil dieses Rundweges wie ich feststellte), gehen einfach hinter der Leitplanke hier und da Trampelpfade rein. Parkt man kriminell an irgendeiner Stelle, pöngelt die Hunde aus dem Auto und folgt einem dieser Trampelpfade, [Variante A] muss man entweder nach 80 Metern wieder umkehren (Kommentar: Definieren Sie einen Rundweg), oder [Variante B] kommt man nach 120 Metern wieder auf die Leitplanke zu (zwischen Ihnen und der Leitplanke liegt der Radweg, daher ist Vorsicht beim Austritt aus der Üdülle geboten). In 50 Metern ist das Auto zu sehen. Hunde reinpöngeln, andere Stelle versuchen. Nach einer Fahrt durch das Wohngebiet mittels Google Maps, erreicht man erneut einen Trampelpfad auf der anderen Seite des Sees. „Privatgelände“. (Kommentar: „Definiere öffentlichen Rund-Wanderweg“). Anderer See. Eingezäunt, kein Herankommen möglich. Dritter See. Wir fahren in eine Sackgasse. Dass es eine ist, war nicht zu erkennen, da wir uns nun in einem Naturschutzgebiet befanden und die Natur den deutschen Schilderwald assimiliert hatte. 250 Meter Rückwärtsgang. Ich höre röcheln in der Hundebox. Kirmes leicht gemacht. Mit Magenverwirrungen des alten Herrn. „Nicht kotzen!“ denke ich und schlingel weiter. Nächster See. Keine Schilder, man dürfe nicht durchfahren. Wieder Naturschutzgebiet. Ich sehe hinter einem Zaun den See. Google sagt mir, man käme auch ran. Wunderbar. Parken. Böse Blicke der Radfahrer Ü65. „Was schauen sie denn alle so böse?“ denke ich und pöngele die Hunde aus dem Auto. Freudige Erwartung auf einen entspannten Spaziergang. Hunde ableinen unmöglich. Ich gehe einen asphaltierten Weg entlang. Links sind Zäune, rechts sind Zäune… In ein paar Metern Entfernung sehe ich den See. Wieder eine Horde Mountainbiker. Der schmale Weg ist rappelsvoll. Ich spüre Spannungen. Mein Lächeln auf meinem Gesicht verstirbt, als ich immer wieder in muffellig-hängende Mundwinkel und zusammengekniffene Augen sehe. Eine verbitterte Frau sieht es nicht ein, etwas weiter rechts zu fahren. Drei Meter Platz, aber sie trachtet augenscheinlich danach, jemanden umzufahren. Ein Pärchen mit Hund kommt mir entgegen. Ich lasse meine am Wegesrand Platz machen. Dennoch gibt es ein kurzes Bellgewitter. Sie keift uns an: „Ja! Versuchs nur! Unserer macht Dich platt!“. Wir gehen verwirrt weiter. Links sind Zäune, rechts sind Zäune… Ich sehe einen Radfahrer mit Hund auf uns zukommen. Beste Laune. Ich will Platz machen (Radfahrende Hunde können ja schonmal polarisieren). Registriere dann meinen Nachbarn. Ich merke, dass ich mich scheinbar der Laune der Öffentlichkeit angepasst habe. Ich sage: „Laut Google kommt man aus Deiner Richtung an den See.“ Er verneint dies: „Nee, laut Google kommt man aus Deiner Richtung an den See.“ Ich gehe mit ihm zurück:DSC_2257_b (Medium)

Ich pöngele die Hunde ins Auto. Fahre zum Rhein. Strand. Kaum einer da. Ein Angler lächelt uns zu. Ein Hundebesitzer hat Mühe, seinen kläffenden Hund von uns abzubringen. Er grinst verlegen und geht weiter. Wir setzen uns in die Sonne. Und ich kann nicht umhin – wenn ich meinen Sonntag normalerweise auch zwischen Zäunen verbringen würde, würde ich auch die Mundwinkel hängen lassen. Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag in Deutschland bei schönem Wetter Mitte Oktober.

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Mach ich nie!!!

Damals – in der Pubertät… Oder auch vielleicht schon vorher? Da fing ja irgendein Denkprozess an – bei scheinbar mehr Leuten als ich bisher dachte… Schon mit 9 habe ich es gehasst, auf Familienfeiern zu fahren. Sich schick machen, womöglich ein Röckchen anziehen, und genau zu wissen, was dann kommt…
Irgendeine ältere Frau (so Anfang 40 aus heutiger Sicht, damals war sie natürlich mindestens 60…) kam auf mich zugerannt, bückte sich, kniff mir in die Wange: “Mensch, bist Du groß geworden!” Ja… wäre schlimm wenn es anders wäre. Steigerungsform davon: “Aus Dir ist ja eine richtige kleine Dame geworden!” Würgreflex.

Da ging es glaube ich los – das erste Mal dieser Gedanke und ihr alle kennt das. “DAS WERDE ICH NIE MACHEN!”

Ein paar Jahre später folgt das Unverständnis für das frühe ins Bett gehen der Eltern. Immerhin glüht man ab 10 vor, um sich dann um halb 12 in Bewegung zu setzen, um zur angesagten Bude zu fahren um dort zu zappeln. Früh ins Bett. „ICH WERDE SO NIE WERDEN!“
Oder die etwas anzüglichen Bemerkungen von Frauen und auch Männern Ende Dreissig/Anfang 40. Vor ein paar Jahren musste ich lernen: “Wenn alte Frauen zusammensitzen, wird es schnell zotig.” Auch das war mit zarten 15 eher peinlich. “DAS WIRD MIR NIE PASSIEREN!”

So zwischen 20 und Mitte 30 passiert dann erstmal nicht viel. Man ist fit, ob man früh oder spät ins Bett geht, Kinder gibt’s in der Bekanntschaft auch noch nicht sooo viele. Aber dann.

Letzten Samstag war ich mit einem guten Freund etwas trinken. Anfang 40 isser, hat sich leider gerade getrennt, eine Tochter. War also länger nicht mehr wirklich “aus”, ganz zu Schweigen von Erfahrungen, Frauen kennenzulernen. Natürlich wollten wir sowieso nirgends “bis in die Puppen” bleiben. Gott bewahre… Die Jogginghose ruft in unserem Alter natürlich irgendwann (so ab halb 8 etwa) im Chor mit Couch und Plumeau. Wir wollten gemütlich quatschen – zudem hatte er vor x Monaten mal eine Wette verloren, daher war er mir ein Bierchen schuldig. [Off Topic: AAAA Batterien. Gibt es, liebe Welt… Wettet nie mit einem Hundebesitzer darum… Die braucht man für die Leuchties…]. Gesagt getan. Kurz nach unserer Ankunft kamen zwei Frauen an den Nebentisch – wirkten ganz lustig, irgendwie unser Alter, und wir kamen ins Gespräch. Mein Begleiter wirkte recht interessiert an der Blonden von beiden – aber nachdem sie feststellten, dass sie nicht nur gleich alt (!) sondern beide auch noch bei einer BANK beschäftigt sind, wendete sich das Blatt ein wenig, weil der Gute seine Begeisterungsstürme über diese Gemeinsamkeiten etwas zu übereifrig ihr entgegenbrachte – naja – auch das Flirten will in unserem Alter erst nochmal wieder gelernt werden. Sie fragte dann irgendwann: Wieviel Uhr ist es eigentlich? Ich antwortete: Haha, 5 vor 10… Mir kommt es vor als sei es schon 2. Daraufhin ging ein Sturm los, dass man ja eigentlich auch immer um halb 9 im Bett sei. Sie erzählte eine Anekdote, dass sie einen Salsa-Tanzkurs machen wollte. Mittwochs. Da kam die Information der Salsa-Kursleiterin: “Mittwochs um 11 geht es los.” – “Abends?????” – “Ja, sicher… Aber bis es RICHTIG los geht, ist es meist 12.” Nein danke… Müssen die alle nicht arbeiten? Ausserdem ist der Chor im Kopf sehr laut. Und er wird immer lauter…

Und – man fängt nun auch an mit der Jahreszahlenzeitreise. Wie Oppa früher… Da heisst es nicht mehr – das ist 8 Jahre her. Da sagte er immer: “Das muss warte… Das war 1956, ich weiss das noch wie heute.”. Noch vor 6 Jahren hätte ich mir nicht träumen lassen, dass ich mal JAHRESZAHLEN nenne, um eine Geschichte aus der Vergangenheit zu erzählen. Bis ich letzte Woche mich dabei erwischte. “Ach – das mit dem Video? Ja, das war, warte, 2001!”

Natürlich steigt auch die Zahl der Kinder im Bekanntenkreis langsam an. Eine Freundin hat vor über einem Jahr ihr Kind bekommen. Das Kind ist nun also schon über ein Jahr alt. Aber trotzdem. Es will raus. Es muss raus. Es rutscht einfach raus… “Gott, ist der groß geworden…”

Gerne hätte ich hier eine Pointe präsentiert – eine lustige. Aber es ist ja schon Viertel vor 8…

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Aus dem Tagebuch…

… der Singlebörse… was ein Spass. Nicht nur, dass manche Männer scheinbar nach 4 Wochen vergessen, dass sie einen schon mal angeschrieben haben und dann noch mal mit dem gleichen Spruch um die Ecke kommen… Nee… Auch die Ansprüche sind hoch gesteckt. Giselle Bündchen muss mindestens. Da wird man direkt gefragt, in welcher Gewichtsklasse man sich bewegt, und ob man nen gut trainierten Hintern hat. Wohingegen der Herr mit Plauze und Glatze die Unfähigkeit besitzt, einen geraden Satz zu basteln… Einiges wird direkt im Profil als Ausschlusskriterium genannt: „Nicht weiter weg als 15 km“ heisst es da. Andere bombardieren einen – wenn es dann einmal zu einem Gespräch kommt – mit einer Art Fragenkatalog. „Interessierst Du Dich für Politik?“ (und wehe, man nennt dann nicht die richtige Partei…) – Magst Du auch gern Kirmes? – und das alles in ein bis zwei Emails… Ein paar Glanzstücke der Linguistik, Rhetorik und des Sexismus – neben ach so vielen – für Euch zur Auswahl. Nicht geschönt und noch mal durch die Rechtschreibprüfung gejagt… Nein…


Romeo: Hallo Anna, was treibt dich hier her?
Ich: Das hab ich mich auch schon gefragt, lach… Der Alkohol vielleicht?! Und Dich?
Romeo: Die Erotik!
Ich: Schön! Und? Läuft?
Romeo: Wenn DU ja sagst, sicher.
Ich: Na – grad nicht. Bettmässig bin ich gut versorgt. Sollte sich das ändern, meld ich mich natürlich umgehend bei Dir.


Marcel: ich stehe auf frauen die mit beiden beien im leben stehen ich bin 28 schlimm? was haste für hobbys so? wie groß biste? ok ich bin 1,78 und hobbys sind kochen reisen ski biken freuunde schwimmen , wann war dein letztes date wie alt war dein letzter mann?


Hans: Guten morgen Anna
Ich: Guten Morgen. Bist eher der wortkarge Typ, was?
Hans: nein das nicht wollte mal sehen ob du wenigstends antwortest wie gehts dir
Ich: Soweit ok! Und selbst?
Hans: mir gehts ganz gut schone mich noch etwas von dem gestrigen tag was machste schönes
Ich: Ich schaue fern und surfe ein wenig
Hans: ich werde nacher ne runde an den rhein gehen sehr hübsches profil hast du
Ich: Und was machste am Rhein?! Haste nen Hund?
Hans: etwas spatzieren und das wetter genissen leider keinen hund und was machste sonst so
Ich: Ich will Dir ja nicht zu nahe treten… Aber hat Deine Tastatur keine Punkte, Kommas oder Fragezeichen?!?! Ist echt anstrengend, sowas zu lesen…
Hans: Kein ding . dann bekommste jetzt auch punkt und komma . ;-) war spaß . bist du jetzt sauer .


Michael: hi
was unternimmst du denn in deiner freizeit
was für ziele hast du
kommt du mit einem cambridgeabsolventen klar?
gruß michael


Totto: Hey…darf ich dir was sagen? Bitte
Ich: Sags oder lasses… Blöde Frage…


Ers: Sorry das ich Platz von deinem Bildschirm nehme.
Wie geht es dir?


Markus: Huhu tolles Foto, hat etwas verführerisches, gemeines und geheimnisvolles zugleich
Ich: Ich glaub das haste mir schonmal geschrieben und damals hat es auch nicht funktioniert.
Markus: huhu, schön von dir zu hören, ups da hast du mich wohl erwischt, kannst du mir nochmal verzeihen *rutsch auf knien und küsse deine stiefel*
Ich: Ich habe Socken an
Markus: *lach* du bist auf jedenfall gut drauf, zugetraut hätte ich es dir das du es magst einen mann um den finger zu wickeln, wehrlos zu machen und gemein zu deinen stiefeln und auf andere arten zappeln zu lassen. wie kann mann denn deine Aufmerksamkeit gewinnen, kenne da spannende spiele die dir bestimmt gefallen
Ich: Ich kenn die auch alle. Skat und Mario Kart. Wunderbar.


Pietro: Hallo, wie ist denn Deine WtHR?
Ich: Wat fürn Ding?
Pietro: Na Deine Waist-to-Hip-Ratio

Nachdem ich das dann googeln musste und Ihr nun einen ungefähren Eindruck habt, habe ich gestern abend in meinen Status geschrieben: “Suche Mann mit Pferdeschwanz. Frisur egal.” Einfach, um zu sehen, welche Männer denn wohl “meinen” Ansprüchen genügen würden… Natürlich hagelte es Nachrichten. Vermehrt von jüngeren Männern mit nackten Oberkörpern, die sich wohl verpflichten möchten, mir den Beweis zu erbringen. Made my day… – aber… nein Danke!!! Ich geh nun shoppen…

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Sich verselbständige Entscheidungen…

„Ich brauche ein neues Handy!“ Alles klar… Wenn Frauen sagen, sie BRAUCHEN, brauchen sie es nicht, sondern WOLLEN es nur… Gesteuert von irgendwelchen Unglücken (die natürlich sehr oft von Männern induziert werden) oder einfach nur durch Hormonschwankungen. Mehr zum Thema Hormon siehe hier.

Meine Freundin BRAUCHT also ein neues Handy.  Über 2 Wochen zieht sich dieses Thema nun schon durch mein Leben – immer wieder neu entfacht durch nächtliche Whatsapp Nachrichten oder Facebook Posts. Und – naja – wenn ich ehrlich bin ist 2 Wochen auch gelogen. Eigentlich gab es die Diskussion ja schon im Dezember, als das neue Iphone herauskam, und sie unbedingt eines haben wollte, als ich in den USA war. Bereits da war es schon ein eifriges Hin- und Her. “Bring mir eins mit!” Ich stehe an der Kasse… “Ach nee…”… Wieder zurück. “Oder doch??? Wie teuer ist das da nochmal?”

Ein Iphone 5 sollte es also nun 9 Monate später immernoch sein. Definitiv. Zuerst. Auch nicht das neueste Modell. Aber das Iphone hat ja nicht die fröhlich blinkende LED, auf die sie schon anderthalb Jahre neidisch bei meinem Telefon ist… Vermutlich hat die LED die Entscheidung versaut. Und das Iphone ist ja auch immernoch sehr teuer! Und nun noch etwas warten, bis das 5er durch Neuerscheinung des 5S noch günstiger wird, nein. Geht natürlich auch nicht. SOFORT. Vor 2 Wochen also Besuch bei den Arabern im Handyladen die Erste.

Resultat: Vertragsverlängerung mit nem guten Angebot geht noch nicht. Erst nächste Woche. Ist mir sowieso alles schon zu hoch – warum man wann wie wo erst den Vertrag verlängern kann. Aber nu isses so.

Ne Woche später ging es dann mit der Vertragsverlängerung. Zuvor aber Zweifel. Oder doch das S4 mini?! Besuch bei den Arabern im Handyladen die Zweite. Beratung bekommen – Iphone ist Mist – das S4 mini sei besser.

Entscheidung? Keine. Warum will sie eigentlich ein Iphone? Um mal was neues zu lernen. Was anderes zu haben. Hm. Lern doch finnisch. Ist auch mal was Neues.

Nach einer weiteren Nacht: Besuch bei den Arabern im Handyladen die Dritte. S4 mini bestellt. Mit Tarifwechsel, der nun weniger Kosten verursacht. In dieser Nacht erging ein Whattsapp Tsunami über mir. Iphone oder S4 mini? ICH würde mich gegen beide entscheiden. Erst am nächsten Tag erfuhr ich, dass meine gut gemeinten Ratschläge sowieso für die Katz gewesen waren – das S4 mini war ja bereits bestellt. Aaaaber… Besuch bei den Arabern im Handyladen die Vierte. Nochmal Iphone angeguckt. Nochmal S4 mini angeguckt. Nochmal das neue HTC angeguckt. Nochmal andere Preise genannt bekommen als beim Besuch der Araber im Handyladen Teil 3 – das machte die Verwirrung natürlich nicht besser.

Nach einem Ausflug in ein japanisches Spezialitätenrestaurant: Besuch bei den Arabern im Handyladen die Fünfte. Ich war dem Entscheidungsdrama kurz entkommen, da ich in der Apotheke weilte. Als ich den Laden wieder betrat, stand die Entscheidung immer noch im Raum. Ich fragte den Verkäufer, ob er so etwas öfter erleben würde. Er: „Eyischmachdasseit 10 Jahren. In DEM Ausmaß noch nicht, Alter…“. Ich war kurz abwesend. Auf einmal hielt sie das S4 in den Händen. S4mini storniert. Ich dachte: Alles gut. Gute Wahl. Bezahlt.

Ausgepackt. Anrufe und sms waren drauf. Telefon also gebraucht. Araber… Telefonat mit den Arabern im Handyladen die Erste. Sie soll nochmal vorbeikommen. Nach ein paar Minuten Überlegung: Telefonat mit den Arabern im Handyladen die Zweite. Entschädigung von 10%.

Abends: Besuch bei den Arabern im Handyladen die Sechste. Diesmal war ich nicht dabei. Gestern Nacht bekam ich eine Nachricht mit einem Bild. S4mini. Gut. Auch gut.

Am nächsten Morgen erfuhr ich schreckliches: Nun hat das S4mini aber die begehrte LED nicht, die bei neuen Nachrichten blinkt!!! Der Araber hatte ihr dies jedoch gesagt.

Also folgt nun der Besuch bei den Arabern im Handyladen die Siebte. Mit einer ordentlichen Beschwerde. Angeblich würden sie nun dafür sorgen, dass sie glücklich wird. Ich bin gespannt. Nach der ganzen Geschichte muss der Araber ihr wohl ein Apfeltelefon geben. Geschenkt. Und vorher eine LED draufkleben.

Ich vermute – Fortsetzung folgt…

 

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Sind wir nicht alle ein bisschen Nerd?

Wikipedia Suchbegriff „Nerd“:

„Nerd [nɜːd] (engl. für Fachidiot, Computerfreak, Sonderling, Streber / Geek, Außenseiter) ist ein gesellschaftliches Stereotyp, das besonders für in Computer, Science-Fiction oder andere Bereiche aus Wissenschaft und Technik vertiefte Menschen steht. Manchmal wird auch ein überdurchschnittlicher Intelligenzquotient (IQ) als begleitende Eigenschaft genannt. Am häufigsten sind Computerenthusiasten gemeint. Während der Begriff ursprünglich negativ, insbesondere im Sinne von sozialer Isolation, besetzt war, hat er sich in Internetcommunitys und unter Computerspielern und -freaks zu einer selbstironischen Eigenbezeichnung gewandelt.“

Gerade fragte ich eine Freundin (auch Chemiker) völlig zusammenhanglos über Whatsapp: „Bist Du ein Nerd?“

Antwort: „Natürlich.“

Weiterhin steht bei Wikipedia: „Ob jemand ein Nerd ist, hängt in erster Linie von der Einschätzung des Umfelds ab. Zwei Wertungsvarianten lassen sich feststellen:
Außenstehende meinen Nerd tendenziell abwertend. Betroffene verwenden Gleichgesinnten und sich selbst gegenüber den Begriff umgekehrt als Auszeichnung.“

Daraufhin fragte ich eine weitere Freundin (Biologin) ebenso. Antwort: „In gewissen Bereichen bin ich einer. Aber ich bin saucool!“

Tatsächlich ist es wohl so… Auch meine Freundinnen Schrägstrich Kolleginnen sind teilweise Nerds in manchen Bereichen. Dabei scheinen Chemiker stärker betroffen als Biologen, aber ich habe erst N=2, so dass das nicht statistisch repräsentativ ist. Aber: Verstehen wir ANDERE Nerds grundsätzlich immer?

Antwort: Nein.
Gestern durfte ich mit einem Freund shoppen gehen. Er benötigte meinen Östrogen-gesteuerten Rat bei der Anzugauswahl für die Hochzeit seines Bruders. Er gehört nicht zu der Wissenschaftler-Nerd-Front, sondern zu den Programmierern und Bastlern. Die Worte, die er mir vor die Füße wirft, sind nicht zu verstehen. Bei Java und C++ komme ich noch mit. Aber nachdem er mit „Arduino Microcontroller“ kam, erging ich meinem inneren Zwang, mich mit der hexagonal rhomboedrischen Kristallstruktur des Korunds zu revanchieren.

Schon zu Beginn unserer Shoppingtour versuchte ich Rahmenbedingungen abzustecken. „Was brauchst Du alles?“ – „Anzug. Hemd. Schuhe. Gürtel. Krawatte.“ – „Was möchtest Du ungefähr ausgeben?“ – „Ach ja, und einen Raspberry Pie wollte ich noch kaufen.“ Ok, dachte ich mir – Himbeerkuchen ist auch mein Lieblingskuchen. Lecker. Und dass sich ein alleinstehender Nerd-Mann abends den Bauch mit Himbeerkuchen vollschlägt, fand ich auch irgendwie sympathisch. Nachdem der Anzug gekauft war, und nur noch die restlichen Baustellen offen waren, besuchten wir einen Kiosk um etwas zu trinken zu kaufen. Er schnappte sich noch einen Schokoriegel. Ich hatte irgendwie mit nem Himbeerkuchen gerechnet – fragte also nochmal nach. „Wolltest Du nicht noch einen Himbeerkuchen kaufen?“ Er: „Ähm… Nein?“ – „Aber Du sprachst vor ein paar Stunden davon, dass Du noch Himbeerkuchen kaufen willst?“ – Er: „…? Ich habe eben grade von einem Hähnchenschenkel geredet.“
(Ich war wirklich schon kurz davor, ernsthaft zu glauben, ich habe Halluzinationen:) „Nein! Himbeerkuchen! Bin GANZ sicher, dass Du von nem Raspberry Pie sprachst…?“

Na – da waren wohl zu viele Östrogene im Spiel…
Und die Hausfrau Mutter des Gedanken.
Und ein schönes Nerd-Frau – Nerd-Mann Missverständnis am Werk…:

Wikipedia Suchbegriff  „Raspberry Pie“:

„Der Raspberry Pi ist ein kreditkartengroßer Einplatinencomputer, der von der Raspberry Pi Foundation entwickelt wurde.“

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Das Scientific Tourette.

Ihr müsst nachsichtiger sein mit uns. Viele Nicht-Wissenschaftler kennen das ja nicht. Als Wissenschaftler versucht man stets nach bestem Wissen und mit dem höchst möglichen Aufwand, ein Experiment endlich dahin zu bekommen, dass es einfach mal FUNKTIONIERT.

Im ersten Schritt (sollte es zumindest) geht es nicht darum, dass etwas Sinnvolles dabei rauskommt. Im ersten Schritt geht erst erstmal darum, dass es klappt. Wenn eine Positivkontrolle im erprobten und bereits lange auf dem Markt erhältlichen KIT dabei ist, führt dies ersteinmal zu einem Aufschrei der Freude des Wissenschaftlers – gekoppelt mit der Angst. Diese kriecht dann
nach der Bestellung des guten Stücks weiter in einem auf. Lässt einen nächtelang nicht schlafen. Positivkontrolle. Das ist gut! Aber nein. *Scheisse*. Was mach ich wenn die Positivkontrolle nicht
funktioniert? “Das kann ja nicht sein” schallt die Stimme des Chefs durch das Hirn. Ein Astrozyt ist noch wach… “Das muss ja funktionieren.” Ja.. Is klar… Druck-Leistungkurve.
Kennt ihr diese? Für alle, die sie nicht kennen – hier [Quelle: umsetzungsberatung.de]:

druck

Abb: http://www.umsetzungsberatung.de/geschaeftsleitung/druck.php?layout=druck

Die meisten Chefs haben das vielleicht noch nicht gehört. Oder wieder vergessen.

Nun denn, irgendwann kommt der Postbote rein und verkündet ein Paket. Na Gott sei Dank. 2 Tage nach der Bestellung ist das KIT schon da. Freitag nachmittag. Wieder die Stimme des Chefs im Kopf: “Wir brauchen das Ergebnis dringend! Wenn das KIT da ist, packst Du das sofort aus! Das ist ja alles so spannend!” Ja. Das ist es auch. Hoffentlich klappt es auch.
Kacke mit Sempf. {Ihhhh – Senf!!!! }. Freitag nachmittag. Morgen ist Fuppes. Labor oder Fuppes? KIT verstecken? *zensiertes Fäkalsprachenwort*.

Wochenende. Fuppes. Fortuna gewinnt gegen Bayern. Freude getrübt. Das KIT ist noch da. Oben auf dem Minus Zwanziger. Da wo sonst keiner hinguckt. Die F-Worte im Kopf werden stärker. “Wir brauchen das für die Revision!”

Der Sonntag vergeht im Delirium. Sch*****-Doof-P****mann-S***sau Sonntag. Entspannung pur auf der Couch. F***pi***

Montag. KIT auspacken: “Uuuuuuuund??? Ist es schon da???? Heute gekommen???? Na dann kannste ja loslegen!” Ja. Ick freu mir. RTFM. Dreimal. Druck-Leistungkurve lässt grüssen und man vergisst mit induzierbarem Spontan-Alzheimer, wie man eine 1M Kochsalzlösung herstellt. 10 Uhr abends. Die Positivkontrolle ist farblos. War ja klar. Sch***Dreck.

Nach einer total entspannten Nacht neuer Versuch. Um 4 Uhr morgens gehts los. Revision. Nasen-Bären-keine-Ahnung-Schikane-machen-Ar***lö**** von Reviewern. Schaue nochmal das Video auf Facebook
während der Inkubationphasen. Das Zheng Lab. Gibts auf youtube. Ich bin nicht alleine. Lichtblick. Und spricht jedem aus dem Herzen. ************** Beten hilft. Ich bin christlich. Lieber Gott… Mach, dass die Positivkontrolle gelb ist.
Fi****** Hühner mit ********** und *****…

Hoch ins Lab. nix. Proben sind gelb. Positivkontrolle farblos. Geschäftsidee? Meine Proben sind besser als die kommerzielle Positivkontrolle. Ich werde reich.

Nächster Tag. Nochmal. Positivkontrolle ist gelb. Rest ist farblos. Ich gehe wieder in das soziale Netzwerk, um Trost zu suchen. Im entfernten Kentucky hat gerade jemand etwas gepostet.
“Scheißekackepissearsch”. Ich schreibe Scientific-Tourette als Kommentar. 200 Likes. Wir sind nicht alleine. Habt Nachsicht, wenn wir Euch in Off-Lab Situationen damit überrennen…

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Die Ganzheitlichkeit der Schränke

Mehr und mehr hört und sieht man von Ganzheitlichkeit, Nachhaltigkeit und Leben im Einklang mit der Natur.
Finde ich prima – nur wo soll man da anfangen? Fragt man sich, wo Natur beginnt? Ist Natur definiert als nur “lebendige” Dinge, die bei einem Pantoffeltierchen anfangen?

Tatsächlich habe ich gerade mal gegoogelt und die Homepage “imeinklangmitdernatur.de” gefunden. Als den “kleinsten gemeinsamen Nenner” für eine Art Definition beschreiben sie, “biologische Nahrungsmittel unerhitzt zu essen”.

Interessant. Nachdenken. Frage: Was sind denn dann NICHT-biologische Nahrungsmittel? Heilerde und Kieselerde? Ich darf also genüsslich eine Magnesiumtablette in der Mikrowelle erhitzen aber einen Brokkoli nicht? Und was ist mit Wasser? Streng genommen lebt dadrin auch nix – das hoffe ich zumindest meist.
Und wie vernachlässigbar ist es, wenn ein Nahrungsmittel wie eine Gurke zu 96% aus Wasser besteht?

Hm… “Chemie” zu erhitzen ist also in Ordnung und “Biologie” nicht. Obwohl grundsätzlich <Korinthenkacker-Modus=on> ohne die Chemie es gar keine Biologie gäbe. Jedes biologische Makromolekül ist doch wohl aus chemischen Bausteinen, Atomen, aufgebaut <Korinthenkacker-Modus=off>. So komme ich also nicht weiter, und ich mag mir auch gar nicht vorstellen, was aus meiner Brausetablette in der Mikrowelle werden würde. Putztag vermutlich.

Lässt man die Idee der Nahrungsmittel und die ganze Biologie mal weg, kann man die Ganzheitlichkeit auch mal anders betrachten. Die Thermodynamik beschreibt Umverteilung von Energie und verknüpft diese mit Arbeit. Anschaulich kann die Entropie mit dem Streben nach Unordnung beschrieben werden.
Thermodynamisch gesehen hat ein System im Gleichgewicht immer eine höchtmögliche Entropie. Und: In einem abgeschlossenen System wird die Entropie nie von alleine kleiner.

Na das erklärt ja einiges. Ich lebe schon seit Jahren im Einklang mit der Natur! Das abgeschlossene System ist in meinem Fall mein Kleiderschrank. Dieser strebt sehr nach Unordnung und wird auch nie von alleine kleiner, ausser wenn ich Energie – sprich Arbeit – investiere. Logisch!

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Da müssen Sie aber Zeit mitbringen!

Na den Spruch kennt ja garantiert jeder. Ohne Termin beim Arzt, klar. Da muss man warten. Ich musste “nur” zum Anästhesie-Vorgespräch. War eben passiert. Innenmeniskus kaputt und ab zum Ersatzteillager und Reparaturwerkstatt, sprich: Krankenhaus. Im Nachgang sieht man dann ja doch manches mit Humor, obwohl einem vorher zum Heulen zu Mute war.
Also ab damit in den Kasten.

4 Tage Krankenhaus. Vorher aber, wie gesagt, erstmal zum “Vorgespräch”. Angesetzt war dieses inklusive EKG und Röntgen für 3 Stunden. Die war ich auch dort. Jedoch ohne EKG. Und auch ohne Röntgen.

Bewegungseingeschränkt auf Krücken fuhr ich bei strahlenden 35°C im Schatten mit einem Aufzug 5 Stufen hoch. Beim Neubau
des Eingangsbereichs hat da auch keiner nachgedacht. Bei einem Krankenhaus mit Schwerpunkt Chirurgie und Kinderklinik muss man ja nicht zwingend denken, dass diese 5 Stufen vielleicht ein bescheuertes Hindernis für Krücken, Rollstühle und Kinderwagen sind. Aber so hat der gute Aufzug den ganzen Tag reichlich zu tun. Im “Obergeschoss” angekommen frage ich an der Rezeption, wo ich denn hinmuss. “Zur Frau Abraham, Zimmer 7, hier den Gang entlang.”
Nix wie los. Im Schweisse meines Angesichts bin ich einen gefühlte 350 m langen Gang entlanggehöppt. Das mit den Krücken ist man ja nu auch nicht gewohnt. Zimmer 7. Klopfen. Schnaufen. Nix. Klopfen. Warten. Fuss schmerzt. Da kommt ein Kopf aus der Tür. “Anästhesievorgespräch? Haben Sie schon eine rote Mappe?” Wa? Hä? Nein… “Dann müssen sie erst in die Ambulanzaufnahme.”
Ich schaue mich um. Der Gang wird immer länger. Also weiterhöppen. Vor der Ambulanz muss man ne Nummer ziehen. 21. Die 19 ist wohl
grad drin. Ich sehe mich um. Sitzen wär schön. Wenn ich mich nun auf den Boden fallen lasse, komme ich nicht mehr hoch. Das Deo versagt. Nach ein paar Minuten entdecke ich ein kleines Schild. Warteraum. Weiterhöppen. Plumps. Puh. Prompt: “Die 21, bitte!”
Zurückhöppen. “Haben Sie sich denn schon angemeldet?” ??????? “Vorne an der Rezeption gibt es zwei Anmeldezimmer. Da müssen Sie zuerst hin”.
Mir steigt Rauch aus den Ohren und das Deo schwimmt weg. Eine Praktikantin erbarmt sich und zieht mich in einem hochmodernen, unlenkbaren und unpraktischen Kranken-Roll-Chefsessel dahin.

Und dann wieder zurück.

Nach einer weiteren Wartenummer (24) bekomme ich eine rote Mappe. Mit dieser höppe ich wieder in den Warteraum. Nach kurzem Warten schallt mein Name mit der Zimmernummer 13 durch die Anlage. Blut abzapfen. Ein unmotiviert wirkender Arzt lehnt Röntgen und EKG aufgrund meines Alters ab. Ich freue mich. Dann bin ich ja bald fertig. Ich rieche förmlich schon den Kaffeeduft. Die Krankenschwester gibt mir meine Mappe zurück und
erklärt, dass ich nun zur Anästhesie muss. “Wissen Sie, wo das ist?” Ja. Ich höppe los und nehme zunächst im Wartezimmer der Anästhesie Platz. Zwei ebenso dort wartende Damen weisen mich darauf hin, dass ich mich erst anmelden muss. Bei Frau Abraham. Also schnell die Beine in die Hand genommen. Klopfen. Nix. Fuss tut immer noch weh. Frau Abraham streckt Ihren Kopf durch die Tür und sieht meine rote Mappe. “Nehmen Sie bitte im Wartezimmer Platz”.
Ich höppe also wieder von dannen. Da war ich bereits. Nach dem Gespräch mit der Anästhesitin frage ich, wo ich denn nun hinmüsse.
“Bringen Sie die rote Mappe wieder in die Ambulanzaufnahme”. Beim Anblick des erneut vor mir liegenden Gangs bin ich sicher, dass dieser Gang ausreichend Potential für einen Gastauftritt in einem Alptraum haben wird. Mein locker sitzendes T-Shirt gleicht mittlerweile einem hautengen Body aus den 80ern. Eine Krankenschwester rauscht an mir vorbei. “Schaffen Sie das? Wo müssen Sie denn hin?” Ich ziehe diesmal keine Nummer sondern
platze einfach rein. Gleich gibts Kaffee. “Im Labor waren sie also?” Hm. “Aufgeklärt hat man Sie auch?” Hm. “Und auf Station waren Sie auch schon?”
???
Welche Station?
Woher weiss ich denn, wo ich morgen liegen soll? Und was soll ich heute da schon?!
Mein Körper ist eingehüllt in eine Kumuluswolke. Soll Gewitter geben heute. “Dann müssen Sie den Gang weiter durch, dann durch die beiden Glastüren und ganz am Ende liegt das Schwesternzimmer.”
Ich höppe also wieder los. Olympia fängt in ein paar Tagen an. Ich bin bereit. Dort angekommen fragt eine Schwester mich in rasender Geschwindigkeit,
welche Wurstsorten ich gern hätte. Ich wusste nicht, dass man so viele Wahlmöglichkeiten in so kurzer Zeit aufzählen kann. Mein überhitztes Hirn ist nicht in der Lage zu folgen und ich sage nur: Irgendwas. Sie packt meine Essenskarte in meine rote Mappe. “Die müssen Sie nun in der
Ambulanzaufnahme abgeben. Und morgen melden Sie sich dann hier.”
Hm.

Nummer 35. Immerhin waren schon 14 Leute in der Zwischenzeit da gewesen.
Ich höppe nicht zurück in den Warteraum und beschliesse, wie ein Schluck Wasser in der Kurve vor der Tür zu warten. Die rasende Schwester von eben kommt wieder an mir vorbei. “Nur abgeben?” Sie reisst mir meine rote Mappe unterm Arm weg. Ich höppe den Gang entlang. Vorbei an Frau Abraham und der Rezeption.
Ich fahre 5 Stufen mit dem Aufzug.
Am nächsten Tag höppe ich zur Station. Wie abgesprochen. Ich bekomme ein Bett und das Po-Frei-Nachthemd. Nach anderthalb Stunden kommt ein Pfleger rein.
“Waren Sie vorhin gar nicht in der Ambulanzaufnahme? Wir brauchen noch Ihre rote Mappe…”

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